Ich liebe Tomaten.
Und meine Schwester und ich tauschen jedes Jahr Samen aus und pieken uns
an, neue Sorten auszuprobieren. Beim Durchforsten der Samenkataloge
bekomme ich immer das Gefühl, etwas zu versäumen. Vielleicht
entgeht mir gerade DIE eine Sorte. Gut, bei nahezu 1000 Varianten,
entgeht mir sicher eine ;-) Ich habe vor einigen Jahren mit der
Early Wonder angefangen und nun hat es mich...gegen alle Vernunft
setzte ich jedes Jahr zig Pflanzen aus...fragt mich nicht. Erklären
kann man das nicht. Es gab schon Jahre mit über 40! Kilo Ente. Im
letzten Jahr waren es leider wetterbedingt nur 25 Kilo.
Hier folgt eine
unvollständige Liste der Sorten aus 2021 und ihre Gartentauglichkeit
für Berlin. In Süddeutschland bei meiner Schwester sah es anders
aus, die im Süden herrschende Braunfäule hat viel Schaden
angerichtet, es war zum Weinen.
Und Früchte, die in
Berlin geschmacklich durchgefallen sind, bewährten sich im Süden
hervorragend (Marmande). Boden, Wetter und Standort sind eben einfach
entscheidend und jedes Früchtchen hat so seine ganz eigenen
Kopf.
Zum Anbau:
Bei mir landen fast alle Tomaten im Hochbeet, es ist ein heilloses
Durcheinander, die Pflanzen wuchern querbeet und der Anblick ist für
einige Strebergärtner wohl kaum zu ertragen. Aber der Erfolg gibt
mir Recht. Gedüngt wird am Anfang mit Effektiven Mikroorganismen,
danach muss sich das Grünzeug selbst helfen.
Painted Pink:
Große klasse,
regenfest, robust bei Trockenheit und sagenhaft lecker und dabei wunderschön Auberginen farbig und in hübschen Rispen. Kleine
Pflanze, hoher Ertrag. Platz 2 meiner Hitliste.
Ruthje: Meine
Geschmackssiegerin 2021. Helle Frucht, klein, süß und saftig.
Regenfest und auch bei Trockenheit unproblematisch. Eine herrliche
Tomate zum Wegnaschen.
Early Wonder,
inzwischen das 3. Jahr in Folge. Zuverlässig bei Trockenheit,
regenfest, rosarot, süß und saftig. Ich liebe sie.
Madagaskar Dream:
Herrlich süß und saftig, sät sich inzwischen nach Lust und Laune
selbst aus. Hoher Ertrag je Pflanze.
Wladiwostock.
Mein Schwesterherz und ich waren ganz versessen auf die Samen.
Geschmackssieger (wer bestimmt das eigentlich? ) 2019. In Berlin eine
Enttäuschung. Große schöne Früchte aber wässerig und ein
Schneckenmagnet. Beim ersten Regen geplatzt und verfault, bevor sie
richtig reif waren. Sie bekommt im neuen Jahr noch eine Chance,
fliegt aber raus, wenn sie wieder nichts wird.
Tschernij Prinz:
wuchsfreudig, viele Früchte. ABER: der Regen und die Schnecken haben
sie gekillt bevor sie reif waren. Eine! hat überlebt und sie war sehr lecker. Ein Jammer. Fast war ich geneigt Schneckenkorn auszubringen, macht man ja nicht, aber...
Andenhorn: massenhaft und wunderbar große Früchte, die ALLE vor der Reife
verfaulten. Es war zum heulen.
Kellogs
Breakfast: Keine einzige Frucht...wer weiß, warum…
Berner Rose:
Schöne leckere Frucht, aber minimaler Ertrag. Regenfest.
Marmande: Im
Süddeutschen super lecker und in Berlin ein Flop. Wässerig und kaum
Ertrag. Das zweite Jahr eine Enttäuschung. Fliegt raus.
Reisetomate:
netter Gag, kann man machen. Säuerlich- frisch, nicht
ganz so regenfest.
Mitbringsel vom
Neffen, Tomate vom Markt aus Kroatien: Sehr lecker, leider
habe ich nur eine Pflanze gesetzt. Schön doof.
Die Wildtomaten
aus 2019 säen sich selbst aus und wachsen wie Unkraut quer durch das Beet, völlig struppige Pflanzen,
aber die Früchte sind klasse und hängen über den Rand des
Hochbeetes. Bis November
habe ich ernten können.
San Berano:
feste Salattomate, etwas lasch für meinen Geschmack, aber vielleicht
fehlte nur die Sonne. Gut für Tomatensauce und im Salat. Mittlerer Ertrag
Treffe de Togo:
hübsche Tomate und sehr lecker. In Berlin regenfest und
schneckenresistent. Herrlich auf einem knusprigen Baguette.
Stierstirn:
Riesige Tomate, lecker und bis zu einem gewissen Maß auch
regenfest. Toll für Suppen und Saucen.
Johannisbeertomate: Hatte ich als Kübelpflanze auf
dem Balkon. Niedlich, die kleinen Rispen. Die
Pflanze ist riesig geworden
und steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Die Minifrüchte sind
wohl eher ein Spaß. Ganz lecker aber eben sehr klein.
Großes und
kleines Ochsenherz: Süß, saftig und lecker, leider etwas
geringer Ertrag und Blütenendfäule. Bisher im Kübel- nächstes
Jahr kommen sie auch ins Hochbeet.
Gelber
Dattelwein: Lecker und süß, regenfest, schnecken- und
trockenheitsresistent. Und übsch! Viele Früchte, eine Pflanze reicht.
Hatte ich schon
erwähnt, dass ich im neuen Jahr keine neuen Sorten probieren möchte? Ich habe so viele Sorten, es reicht! Aber das ist nur einer dieser
Vorsätze, die Schlag 3. Januar wieder in Vergessenheit
geraten...Vorsätze sind eben Schall und Rauch.
Wer bis hier
durchgehalten hat, hat vielleicht Appetit bekommen. Von einigen
Tomatensamen habe ich ein paar übrig, ich verschenke oder tausche
gern :-) Das zum Thema Schall und Rauch...
Ich wünsche Euch
einen wunderbaren Jahresausklang und ein glückliches Jahr 2022.
Haltet die Ohren steif, wie man in Hamburg sagt.
Wie immer herzlich,
Eure Jo