Samstag, 22. Januar 2022

Tierische Wecker

Wecker sind ja so eine Sache. Als Kind und Teenager reißt Dich Muddi aus dem Schlaf, als erwachsene Dein Wecker, als Mutter wecken Dich Deine Kinder und dann hast Du Hund und Katze. Das heißt, Du brauchst keinen Wecker mehr. Die Katze hat einen starken Instinkt, wann Du aus dem Bett musst. 
Also um 04:00 Uhr  früh. Dann wird lauthals geklagt, sie landet mit vier Pfoten und reichlich Schwung wahlweise auf Deiner vollen Blase oder auf der Brust, sodass Du, falls Du wieder Luft bekommst, schlafwandlerisch in die Küche taperst, Dose öffnest und eigentlich noch für eine halbe Stunde wieder ins Bett möchtest.

Lohnt sich dann aber meistens nicht, also bist Du wach, Mission accomplished. Versöhnt ist man erst am Abend, wenn das Fellknäuel schnurrend auf dem Schoß ruht und einen anblinzelt und so süß schnurrt, dass einem ganz warm ums Herz wird.

Anders der Hund. Ein Meister der Hypnose. Wie oft bin ich aufgewacht oder besser, habe ein Auge geöffnet und direkt in ein Augenpaar gestarrt. 10 cm vor meinem Gesicht, mit einem Hundeatem, bei dem man morgens schon sehr viel Liebe fürs Tier empfinden muss...das Starren dauert noch 2 bis 3 Sekunden und dann wedelt sich der Vierbeiner um sich selbst vor Freude- kann man dazu Nein sagen? Also raus aus dem Bett und in die Natur. Gibt es etwas Schöneres, als morgens um 06.30 Uhr durch den Wald zu stolpern?

Leider gibt es inzwischen weder Herrn Hund noch das Fräulein in meinem Leben. Einziger Vorteil: Ich darf ausschlafen. Gleitzeit heißt das Zauberwort. Der Wecker bleibt aus. Fast, denn  seit einer kleinen Weile habe ich einen Vogel. Böse Zungen behaupten, das sei nichts Neues...aber dieses Vieh übertrifft wirklich alles. Morgens um 07:30 Uhr landet der Bursche mit Getöse auf dem Balkongitter. Und wehe, die Walnüsse sind dann nicht bereit. Es wird in einer Lautstärke gekräht, die Tote aufwecken würde. Und dann fliegen Blumentöpfe und Dekoteilchen durch die Luft.  Warum ich überhaupt damit angefangen habe, dem Knülch die teuren Walnüsse zu spendieren, weiß ich nicht mehr. Ein Anfall von Umnachtung und zu viel Geld, nehme ich an. Aber immerhin schläft ein Rabe fast so lange, dass ich von Beinah-Ausschlafen reden kann. 

Wie immer herzlich, ich muss jetzt ins Bett, der Wecker kräht gleich.

Eure Jo





Samstag, 15. Januar 2022

Berlin trägt Grau

Grau ist meine Lieblingsfarbe. Das hängt bestimmt damit zusammen, dass ich mein halbes Leben lang in Hamburg zu Hause war - schon alleine das Nieselwedder! So etwas kennt man in Berlin ja nicht, eigentlich. Aber seit einigen Wochen scheint Berlin der Perle nachzueifern, soviel Schietwetter hatten wir lange nicht. Ich habe noch nie so viele Regenspaziergänge in Berlin gemacht, wie in den letzten Wochen. Da fragt man sich doch: Was soll das?

Aber ich will nicht meckern, das olle Wetter hat einen entscheidenden Vorteil, das Lümmeln auf dem Sofa erfolgt ohne schlechtes Gewissen und ich komme gut mit der Wiola-Jacke voran. Aber es graust mich schon etwas bei der Vorstellung, dass ich das Gestrick am Ende aufschneiden muss. Bei der ersten Jacke hatte es ganz gut funktioniert, da hatte ich aber auch andere Wolle verstrickt. Mit der glatten Alpaka-Wolle wird es echt spannend. Aber bis dahin sind es ja noch ein paar Sofatage.

Euch ein schönes Wochenende und wie immer herzlich,

Jo




Mittwoch, 5. Januar 2022

Tomatoholic

Pünktlich zum Jahresanfang flatterten die ersten Gartenkataloge ins Haus. Und weil Berlin gerade klassisches Mausgrau trägt und Hamburg Nieselkonkurrenz macht, lümmel ich einen großen Teil meines Urlaubs auf dem Sofa und schmökere in den neuesten Ausgaben der Saatversender. Eselsohr um Eselsohr wächst der Wunschzettel und - wer hätte es gedacht - mir sind schon wieder Tomaten ins Auge gestochen. Mir fehlt ein bisschen Glamour im Garten, also her mit dem Tomaten-Adel. König Humbert und die Russian Queen zusammen mit golden Princess und der gelben von Thun vielleicht? Wer denkt sich eigentlich die Namen aus? Faszinierend...

Die rote Murmel kullerte König Humbert vor die Füße. Mein liebes Fräuleinchen, komm herein, es gibt Creame sausage mit Sprite zum Mittagessen. Während sie aßen, flog ein purple Dragon am Fenster vorbei. Justens Süße rief erstaunt: "welch ein Early Wonder, kommt er doch sonst erst spät im Nachtschatten". "Ein gutes Omen", meinte die Russian Queen, "dann sehen wir vielleicht auch den golden Tiger, er gehört der Königin der Nacht und dem Tschernij Prinz. Sie leben alle zusammen am Vater Rhein".

Na? Appetit bekommen? Mein Bestellzettel ist auf jeden Fall schon wieder zu lang...

Die Wartezeit bis zur Tomatenaussaat  vertreibe ich mir mit Musterübungen, dieses Jahr versuche ich mich an der Strickjacke Wiola Kofta, dit ist gar nicht so leicht.



Wie immer herzlich, Eure Jo

Donnerstag, 30. Dezember 2021

Rückblick auf das Tomatenjahr 2021

Ich liebe Tomaten. Und meine Schwester und ich tauschen jedes Jahr Samen aus und pieken uns an, neue Sorten auszuprobieren. Beim Durchforsten der Samenkataloge bekomme ich immer das Gefühl, etwas zu versäumen. Vielleicht entgeht mir gerade DIE eine Sorte. Gut, bei nahezu 1000 Varianten, entgeht mir sicher eine ;-) Ich habe vor einigen Jahren mit der Early Wonder angefangen und nun hat es mich...gegen alle Vernunft setzte ich jedes Jahr zig Pflanzen aus...fragt mich nicht. Erklären kann man das nicht. Es gab schon Jahre mit über 40! Kilo Ente. Im letzten Jahr waren es leider wetterbedingt nur 25 Kilo.

Hier folgt eine unvollständige Liste der Sorten aus 2021 und ihre Gartentauglichkeit für Berlin. In Süddeutschland bei meiner Schwester sah es anders aus, die im Süden herrschende Braunfäule hat viel Schaden angerichtet, es war zum Weinen.

Und Früchte, die in Berlin geschmacklich durchgefallen sind, bewährten sich im Süden hervorragend (Marmande). Boden, Wetter und Standort sind eben einfach entscheidend und jedes Früchtchen hat so seine ganz eigenen Kopf.

Zum Anbau: Bei mir landen fast alle Tomaten im Hochbeet, es ist ein heilloses Durcheinander, die Pflanzen wuchern querbeet und der Anblick ist für einige Strebergärtner wohl kaum zu ertragen. Aber der Erfolg gibt mir Recht. Gedüngt wird am Anfang mit Effektiven Mikroorganismen, danach muss sich das Grünzeug selbst helfen.

Painted Pink: Große klasse, regenfest, robust bei Trockenheit und sagenhaft lecker und dabei  wunderschön Auberginen farbig und in hübschen Rispen. Kleine Pflanze, hoher Ertrag. Platz 2 meiner Hitliste.

Ruthje: Meine Geschmackssiegerin 2021. Helle Frucht, klein, süß und saftig. Regenfest und auch bei Trockenheit unproblematisch. Eine herrliche Tomate zum Wegnaschen.

Early Wonder, inzwischen das 3. Jahr in Folge. Zuverlässig bei Trockenheit, regenfest, rosarot, süß und saftig. Ich liebe sie.

Madagaskar Dream: Herrlich süß und saftig, sät sich inzwischen nach Lust und Laune selbst aus. Hoher Ertrag je Pflanze.

Wladiwostock. Mein Schwesterherz und ich waren ganz versessen auf die Samen. Geschmackssieger (wer bestimmt das eigentlich? ) 2019. In Berlin eine Enttäuschung. Große schöne Früchte aber wässerig und ein Schneckenmagnet. Beim ersten Regen geplatzt und verfault, bevor sie richtig reif waren. Sie bekommt im neuen Jahr noch eine Chance, fliegt aber raus, wenn sie wieder nichts wird.

Tschernij Prinz: wuchsfreudig, viele Früchte. ABER: der Regen und die Schnecken haben sie gekillt bevor sie reif waren. Eine! hat überlebt und sie war sehr lecker. Ein Jammer. Fast war ich geneigt Schneckenkorn auszubringen, macht man ja nicht, aber...

Andenhorn: massenhaft und wunderbar große Früchte, die ALLE vor der Reife verfaulten. Es war zum heulen.

Kellogs Breakfast: Keine einzige Frucht...wer weiß, warum…

Berner Rose: Schöne leckere Frucht, aber minimaler Ertrag. Regenfest.

Marmande: Im Süddeutschen super lecker und in Berlin ein Flop. Wässerig und kaum Ertrag. Das zweite Jahr eine Enttäuschung. Fliegt raus.

Reisetomate: netter Gag, kann man machen. Säuerlich- frisch, nicht ganz so regenfest.

Mitbringsel vom Neffen, Tomate vom Markt aus Kroatien: Sehr lecker, leider habe ich nur eine Pflanze gesetzt. Schön doof.

Die Wildtomaten aus 2019 säen sich selbst aus und wachsen wie Unkraut quer durch das Beet, völlig struppige Pflanzen, aber die Früchte sind klasse und hängen über den Rand des Hochbeetes. Bis November habe ich ernten können.

San Berano: feste Salattomate, etwas lasch für meinen Geschmack, aber vielleicht fehlte nur die Sonne. Gut für Tomatensauce und im Salat. Mittlerer Ertrag

Treffe de Togo: hübsche Tomate und sehr lecker. In Berlin regenfest und schneckenresistent. Herrlich auf einem knusprigen Baguette.

Stierstirn: Riesige Tomate, lecker und bis zu einem gewissen Maß auch regenfest. Toll für Suppen und Saucen.

Johannisbeertomate: Hatte ich als Kübelpflanze auf dem Balkon. Niedlich, die kleinen Rispen. Die Pflanze ist riesig geworden und steht in keinem Verhältnis zum Ertrag. Die Minifrüchte sind wohl eher ein Spaß. Ganz lecker aber eben sehr klein.

Großes und kleines Ochsenherz: Süß, saftig und lecker, leider etwas geringer Ertrag und Blütenendfäule. Bisher im Kübel- nächstes Jahr kommen sie auch ins Hochbeet.

Gelber Dattelwein: Lecker und süß, regenfest, schnecken- und trockenheitsresistent. Und übsch! Viele Früchte, eine Pflanze reicht.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich im neuen Jahr keine neuen Sorten probieren möchte? Ich habe so viele Sorten, es reicht! Aber das ist nur einer dieser Vorsätze, die Schlag 3. Januar wieder in Vergessenheit geraten...Vorsätze sind eben Schall und Rauch.

Wer bis hier durchgehalten hat, hat vielleicht Appetit bekommen. Von einigen Tomatensamen habe ich ein paar übrig, ich verschenke oder tausche gern :-) Das zum Thema Schall und Rauch...

Ich wünsche Euch einen wunderbaren Jahresausklang und ein glückliches Jahr 2022. Haltet die Ohren steif, wie man in Hamburg sagt.


Wie immer herzlich, Eure Jo




 




Donnerstag, 23. Dezember 2021

Es treibt der Wind im Winterwalde...

 ...und in Berlin rieselt leise der Schnee. 

Allen Hereingeschneiten wünsche ich ein glückliches und besonderes Weihnachten. Macht es Euch kuschelig. 

Fröhliche Weihnachten und wie immer ganz herzlich,

Eure Jo



Mittwoch, 22. Dezember 2021

Winterblüher

Der schöne Winterling ritt über die Schneeheide und folgte dem Weihnachtsstern. Schon bald vernahm er das Läuten des Schneeglöckchens, es rief zum Fest der chinesischen Winterblüte. Dort erwartete ihn die liebliche Mahonie sehnsüchtig zum Tanz. Der Samtfußrübling reichte ihr zur Begrüßung eine Winterkirsche und zog sie in seine Arme. Aber oh weh, sie wurden beobachtet. Der eifersüchtige Frostschneckling rieb sich das Judasohr und griff zur Stechpalme. Nur mit Hilfe der Zaubernuss entkam das verliebte Paar und tanzte bis zum Morgen auf dem Winterschneeball.

 

                                            Foto: Manuela Helfrich,cc-by-sa-3.0

Auferstanden aus Ruinen oder so ähnlich

Ein Jahr geht zu Ende...und was für eins. Das Leben auf Distanz hat uns alle im Griff, wir sind inzwischen eingespielt. Das Auf und Ab der letzten beiden Jahre hat viele gebeutelt. Und trotz der düsteren Aussichten pflanze ich mein Apfelbäumchen. Im echten und im übertragenen Sinn. Jos Garten hier war verwaist, die Zeit lief auf und davon. Der echte Garten hingegen wuchert und gedeiht. Und nun, so knapp vor der Heiligen Nacht, ist Ruhe eingekehrt. Die Ernte ist eingelagert und das Laub auf den Stauden verteilt. Das Fazit und der gute Vorsatz aus dem Gartenjahr - weniger Tomaten!- wird vermutlich schon im Februar vergessen, sobald die ersten Aussaaten beginnen. Aber was sind schon Vorsätze :-)

Für mich heißt Jahresende: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, der Blog soll wieder mit Leben gefüllt werden. Vielleicht schaut Ihr wieder vorbei? Es würde mich freuen.

Wie immer herzlich, Eure Jo



Samstag, 2. Juni 2018

Schönheiten


Oh ja, sie blühen wieder wunderbar. In vielen schönen Blogs sieht man die Königin der Blumen. Und auch in den Nachbargärten blüht und duftet es famos. Üppig, edel, stolz. Rosen in allen Varianten.
In meinem Garten glänzt leider nur die Gloria Dei wieder treu.  Der Duft ist herrlich und sie ist eine inzwischen sehr zuverlässige Erscheinung im Garten.
Die teure Kletterrose Lady oft the Lake mutiert dagegen zur Buschrose. Die Blüten sind wunderschön, der Duft ist betörend. Nur eben alles auf Kniehöhe. Meine William Morris ist ebenfalls keinen Zentimeter gewachsen, blüht aber auch ganz ordentlich. Ich überlege inzwischen einen Umzug der Rosen. Vielleicht sollte ich sie in einen abgelegenen Winkel verbannen, vielleicht kommen sie ja dann zur Besinnung. In der Art „Stille Treppe“  für ungezogene Kinder. Oder ich buche mir eine Rosen-Nanny.
Aber es ist einfach so, ich bin kein großer Rosen-Fan. Ich finde sie wunderschön, aber irgendwie ist unser Verhältnis angespannt. Das Ergebnis in meinem Garten ist seit Jahren nur mittelmäßig. Besonders üppig blühen allerdings die billigen Baumarkt-Rosen in einem fiesen Rot-Ton. Tja.
Wie wunderbar sind dagegen die kleinen, unscheinbaren Gartengäste. Für ein paar Pfennig kurz vor dem Vertrocknen erstanden und eher so nebenbei in die Erde gebracht, verschönern sie eine triste Gartenecke mit fröhlichem Rosarot. Sie haben die lange Trockenheit und meinen Urlaub genutzt und sich schön über die alten, hässlichen Wegeplatten gelegt. Sie lächeln freundlich und wachsen! Für mich ist der schüchterne, kleine Steinbrech in diesem Jahr ein Gewinner.

Wie immer  herzlich, Eure Jo. Genießt den Tag!

Ps.: Falls es klappt, verlinke ich diesen Beitrag zum Thema Gartenglück bei Loretta und Wolfgang, schaut doch dort vorbei und freut Euch an ihrem Blog und den Themen anderer Gartenverrückter.


Donnerstag, 31. Mai 2018

Grün, wohin ich auch sehe

Hach!

Hach,das muss ich einfach noch einmal sagen. Urlaub im Grünen ist ja wunderschön. Ein paar Wochen raus aus der Stadt, Natur, Ruhe, Muße. Im Wald spazieren gehen, Vögelchen beobachten und einfach mal abtauchen. Klingt toll? Ja, das klingt toll und ist es auch.
Wenn da bloß nicht so das Heimweh nach dem eigenen Garten wäre. Mitten im Wald entdecke ich Knoblauchsrauke und zack! Was wohl meine Rauke im Garten macht?. Hat der Giersch etwa schon das Regiment übernommen? Wird die Vogelmiere meine Abwesenheit fies ausnutzen und das Salatbeet überwuchern? Weg mit den störenden Gedanken und weiterwandern. Die Aussicht ist grandios. Durchatmen.
Über mir zwitschern Finken. Ach je, ob meine Flattermänner im Garten auch genug Wasser haben? Die Teichpfütze gibt ja nicht so viel her und die Vogeltränke ist bestimmt knochentrocken. In Berlin gibt es zurzeit keinen Tropfen Regen...Die armen Flügelviecher.

Am Buffet gibt es Salat, verschiedene Sorte und doch: mir fehlen mein Asiasalat, der Scherkohl und die KRÄUTER. Selbst mein schnöder Schnittlauch fehlt mir. Der blüht bestimmt inzwischen. Apropos blühen - die Pfingstrosen und der Mohn blühen ohne mich.

Und so ging es weiter und weiter.
Mein erster Tag zuhause war dann ein wahrer Schock. Die Apfelbäume waren von Raupen übersponnen, ich habe Stunden damit verbracht, die befallenen Äste abzusägen. Der Giersch? Ohne Worte. So viel Pesto kann ich gar nicht machen...
Allein, die Monatserdbeeren haben mir den Tag gerettet. Tja, was soll ich sagen. Urlaub ist prima, aber für mich steht fest: nur noch im Winter.

Wie immer herzliche Grüße, Eure Jo

Saarland/Wandern


Montag, 22. Januar 2018

Ich glaub, es knackt!

Nach einer kleinen Ostseeauszeit mit bestem Sonnenwetter, schneit es nun in B. Das ist ja so gar nicht mehr nach meinem Geschmack. Im Garten sprießt munter die (t)olle Vogelmiere und wartet auf ihren Éinsatz im Salat und mir ist schon sooo nach Draußensein. Morgens pfeifen hier frisch und fröhlich die Amseln und nun das.
Als Alternative verbummel ich meine Freizeit in der Bude und immerhin gibt es einen neuen Lichtblick in der Brotbackstube J. Neben Roggen- und Dinkelbrot, fluffigem Baguette und rustikalen Brötchen haben wir Knäckebrotrezepte für uns entdeckt. Und das ist nun wirklich klasse. Einfacher geht es nicht, es knackt und schmeckt und ist so unkompliziert, wie man sich es nur wünschen kann.

Zum Nachmachen:

100g kernige Haferflocken
50 g Dinkelmehl
100g Saat - und Kernemischung
1 TL Chiasamen, falls gerade zur Hand
1TL Hanföl
1 TL Salz,
Kümmel und Sesam nach Gusto
300 ml Wasser

Alles vermengen, eine Stunde quellen lassen. Anschließend auf einem Blech mit Backpapier verteilen und 15 Minuten bei 180°C backen. Mit einem Teigrädchen alles hübsch in die gewünschte Scheibchengröße schneiden und nochmal für ca. 30 Minuten ab in den Ofen.
Das Knäckebrot soll lange haltbar sein. Das halte ich aber für ein Gerücht. Bei uns hat es das noch nicht geschafft. Ein Blech pro Abend und zwei Personen muss man schon rechnen.
Guten Appetit und wie immer herzliche Grüße
Eure Jo

Knäckebrot selber backen|Rezepte|


Montag, 1. Januar 2018

Bienenjahr

Bienen! Da war nicht immer Liebe zwischen uns. Als Kind bin ich oft barfuß auf sie getreten. Unbeabsichtigt natürlich. Das ging selten gut aus und endete für die Biene meist noch schlechter als für mich. Honig war auch nicht so meins, die Schulbrote sippschten durchs Butterbrotpapier in die Schulbücher und überhaupt wäre mir ein Wurstbrot lieber gewesen. Dann folgten viele Jahre relativer Neutralität. Nur homöopathisch kam mir Apis ins Haus. Seit ich im Garten werkel, hat sich mein Verhältnis zu den Summchens geändert. Dankbar beobachte ich, wie sie meine Obstbäume bestäuben und ich freue mich über die reiche Ernte. Ein Bienenseminar zur richtigen Unterstützung der Flieger habe ich auch belegt und viel über Wildbienen und richtige Bienenpflanzen gelernt. Und immer noch gibt es Überraschungen. Von Holzbienen habe ich mehr als ein halbes Jahrhundert nichts gehört und dann summt mir so ein Viech aus dem Mohn entgegen. Ehrlich gesagt war das eher ein Schreck. Nichts ahnend hielt ich die Kamera in die Mohnblüte und mit lautem Getöse flog mir der Brummer entgegen. Meine Herrschaften. Laut, groß und schwarz-lila. Bisschen viel des Guten.
Nachgelesen: Holzbienen lieben Holz, ach was. Sie sind die größte heimische Bienenart, mögen es warm und sind in Berlin noch eher selten. Durch den Klimawandel breiten sie sich tatsächlich auch in Deutschland weiter aus. Ob dit jut is, sehen wir denn. Bisher freue ich mich über den Besuch im Garten. Ein Nest habe ich noch nicht entdeckt, ich denke aber, dass der uralte, fast tote Apfelbaum ideal ist. Ein Vorsatz für 2018: Dokumentation der im Garten summenden Bienen. Mal sehen, welche ich noch entdecke. Spektakulärer als die Holzbiene wird es aber wohl nicht werden.
In diesem Sinne, herzlichste Grüße in das neue Jahr
Eure Jo

Bienen|Deutschland summt|


Mohn|Wildbienen|





Sonntag, 31. Dezember 2017

Na denn: Prost

Ihr Lieben,

für das neue Jahr wünsche ich Euch einen famosen Start, viel Freude und vor allem Gesundheit. Kommt gut in 2018 an.
Heut am Jahresende möchte ich Euch allen einen dicken Drücker durch das Netz senden und Euch Danke sagen für Eure Blogbesuche, lieben Kommentare, Eure Einträge in die Leseliste und für Eure herzlichen Weihnachtgrüße, per Post, E-Mail und Telefon. Da kam eine ganze Welle Wärme bei mir an. DANKESCHÖN.
Ich freue mich auf ein neues Blogjahr mit Euch, bis bald! Prost Neujahr und herzlich wie immer Eure Jo

Sekt|Neujahr|


Dienstag, 19. Dezember 2017

Mütze adieu

....puhhuhuhhhh!
Wenn ich etwas möchte, kann ich so richtig zäh sein. Ich verbeiße mich dann gern einmal in ein Projekt und dauert es noch so lange. Meine Grannydecke Heckenrose hat fast zwei Jahre gebraucht, um fertig zu werden. Aber nun liegt sie über dem alten Sessel und macht sich 1A. Islandpullover? Kein Ding, bekomme ich hin. Auch den Kampf gegen den Giersch habe ich noch nicht aufgegeben. Aber diese verflixte Mütze...
Zwei Zentimeter vor Ende habe ich das Ding mit Schmackes in die Ecke gefeuert. Das Muster ist wunderschön, aber die angegebene Wolle passt so gar nicht. Das Teil hat keinen Stand, ist viel zu weit, obwohl ich eher fest stricke und hängt am Kopf, wie ein Lappen. So wütend war ich schon lange nicht mehr auf eine Anleitung. Wenn ich sie kostenfrei im Netz entdeckt hätte, wäre es mir egal gewesen, aber so finde ich das alles mehr als ärgerlich.  Nun habe ich geribbelt und das ging tatsächlich glatt, mit dieser Wolle. Und zum Trost habe ich heute Nacht angefangen, ein drittes Tuch Hamburg Calling von Verena Bahls daraus zu stricken. Und da zeigt sich nun die Schönheit der Holst Noble, die ich vor einigen Stunden noch am liebsten verbannt hätte. Trotz des Geribbel ist das Maschenbild wunderbar glatt. Das Garn passt perfekt zu der wunderschönen (kostenfreien!) Anleitung und ich bin hin und weg. Das wird natürlich dauern, das Garn ist echt dünn. Aber ich kann zäh sein - wenn es sich lohnt.
An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für diese tolle Anleitung: Hamburg Calling- schon der Name! Traumhaft.
Herzliche Grüße, genießt die Adventswoche
Eure Jo, nun wieder ganz gut gelaunt.


Sonntag, 17. Dezember 2017

Der Mensch braucht Ziele?

Ja? Naja...
Das kennt Ihr vielleicht. Seit einiger Zeit schleiche ich in Gedanken um ein bestimmtes Garn herum. Bisher fehlte mir eine Idee und der Geldbeutel mahnte auch zur Rücksicht, also träumte ich von weicher Wolle mit Kaschmir und strickte erst einmal Socken aus Sockenwolle. Aber wie im richtigen Märchen gab es gute Feen und Feenriche in meinem Büro mit einem feinen Wollgutschein und tja, da ist sie nun. Die gute Holst Noble. Und weil es auch gleich die passende Mützenanleitung gab, war das Ziel schnell gefunden... Aber eben nicht schnell gestrickt. Das kuschelweiche Garn entpuppte sich als verflixt dünn. 160 Maschen anschlagen mit diesem Hauch war kein Vergnügen und auch die erste Reihe war nervig. Nun wächst die Konglelua und ich bin mehr als skeptisch. Das Gebilde ist so dünn und labberig...ob dit was wird...ich weeß ja nich. Ich kann kaum glauben, dass das Mützenmodell mit dieser Wolle gestrickt wurde, vielleicht wird es nach dem Waschen besser...vielleicht.
Nichtsdestotrotzig genieße ich den Sonntag und wünsche Euch allen einen schönen dritten Advent.
Herzlich wie immer,  Eure Jo


Donnerstag, 7. Dezember 2017

Ungeduld und verflixt verwaldorfd

Während ich voller Ungeduld auf einen Anruf warte, beschäftige ich mich sinvoll. Das dachte ich jedenfalls kurz bevor das Elend seinen Lauf nahm. In der Grundschule hat man mich gewaldorfd und in der letzten Landlust gab es die schönen Waldorflaternen zum Basteln- also Papier raus, Tee kochen, Kerze an...hier stimmt das Bild nicht ganz, in B scheint die Sonne wie Bolle und Frühling liegt in der Luft.
Die Anleitung für die Sternenlaterne hatte ich schon ausgedruckt, alles kann also losgehen. Aber es ist wie verhext. Schritt 3 der Anleitung verstehe ich nicht... nochmal von vorne...und nochmal...und ...und , und....
Einige zerknüllte Bögen ringeln sich zu meinen Füßen, ich habe einen Krampf in der Hand, mein Puls ist auf 180. Wer hat eigentlich gesagt, dass Waldorf-Basteln gut für die Kreativität ist und die Persönlichkeit bildet? 

Danke youtube und Lebemaja,
Inzwischen habe ich mit Ach und Krach zwei Laternchen fertig, ob ich in diesem Jahr noch einen Fröbelstern nachlege muss ich mir noch ganz genau überlegen, denn auch da fange ich in jedem Winter bei Null an....
Unverdrossen heiter und herzlich wie immer
Eure Jo


Dienstag, 5. Dezember 2017

Schöne Bete

Rote Bete gehört zu meinem Lieblingseintopf, wie Schnee zu Weihnachten. Im Hochbeet hatte ich einige Reihen gesät und sie waren auch ganz ordentlich. Nicht so groß wie erhofft - aber lecker. Im nächsten Jahr versuche ich es mit einem Veggidünger, vielleicht wachsen sie dann besser.
Heute war Eintopfwetter in Berlin, windig mit Regen und überhaupt: alles doof. Das Fräulein und ich haben uns am Fenster die Nase platt gedrückt. Zum Glück hatte ich einen schönen Vorrat an Gemüse zur Hand und auch eine Rote Bete. Wobei - sie war eigentlich verdächtig sehr pink. Wie die Rübe letzte Woche in meinen Einkaufskorb gekommen ist, ist mir ein Rätsel und beim Aufschneiden entpuppt sich das Dingelchen dann auch als Schöne Bete. Wie Eis mit Himbeersoße. Ob es gleich schmeckt? Duften tut es jedenfalls schon gut.
Euch noch einen dicken Dankegruß für Eure Besserungswünsche, sie sind angekommen :-) es geht mir langsam besser.
Herzliche Grüße in den Abend
Eure Jo
Gemüse;Rot-weiße Bete;

Montag, 4. Dezember 2017

Advent? Denkste!

Ein erstes Wintermärchen mit sanft überpuderten Zweigen, frostklarer Luft und XXL-Familienwärme in Hamburg hätte so richtig schön sein können. Wenn es doch nicht immer wieder dieses Wörtchen wenn gäbe. Bestens gelaunt und vom ersten Schnee überrascht, wollte ich mich gerade so richtig auf den 1. Advent freuen. Die Zweiglein um den Kranz winden und zur Krönung noch ein bisschen Glitzer auf den Tag streuen, da machte es Peng und der Hals saß schief. So viel Aua kann ich gar nicht beschreiben, anstelle eines Adventskranzes trage ich Halskrause und die erste Kerze wurde durch eine fiese und lange Spritze ersetzt. Ja, stellt Euch das gern kurz bildlich vor. Ein Highlight gibt es aber doch. Mein Hundemädchen, sonst gern auf Krawall und Zack, hat mich ohne Murren im Schneckentempo zum Arzt begleitet, saß mucksmäuschen still vor der Tür und hat mir nun ihren Kopf auf die Füße gelegt. Das findet sie sonst eher doof, heute gibt sie die Schmusekatze. Nichts ist so doof, dass es nicht auch etwas Gutes hätte...
Nun zähle ich fest auf den zweiten Advent.
Hoffentlich hattet Ihr es schöner, herzlich wie immer
Eure Jo
Christmas Garden Berlin

Mittwoch, 22. November 2017

Ein dickes Dankeschön

Das muss ich jetzt schnell los werden:
Ihr Lieben, wie schön, dass Ihr wieder an Bord seid. Danke und noch einmal Danke. Nach langer Blogpause freue ich mich um so mehr über Eure tollen Kommentare, die Besuche, das Verlinken.
Es ist so richtig schön mit Euch und ich genieße es, abends bei Euch zu blättern und zu stöbern. Ich  freue mich über jeden "alten Hasen" und jeden neuen Gast in meinem Garten. Habt es fein.
Herzlich wie immer
Eure Jo


Jos Garten;Rosen

Samstag, 18. November 2017

Die essbare Stadt - Goji oder Gift?

Früher als ich es noch nicht besser wusste, war Berlin für mich nur laut, dreckig, zubetoniert und überhautpt: Stadt eben. Das war bevor ich mit Herrn Hund regelmäßig durch die Stadtwälder gehirscht bin. Im Morgengrauen, was durchaus wörtlich zu nehmen ist, hatten wir tolle Erlebnisse mit Wildschweinen und anderem Getier. Nebenwirkung: Hier und da habe ich Kornelkirschen und Sanddorn entdeckt, im Frühjahr hat der Bärlauchduft uns begleitet und natürlich habe ich mir im Herbst den Bauch mit Brombeeren vollgeschlagen. Herr Hund jagt nun schon lange ohne mich in den ewigen Jagdgründen und ich spaziere durch andere Gegenden. Mit meinem Hundefräulein habe ich im nahen Park Maulbeerbäume entdeckt, leider schmecken sie mir so gar nicht und seit einigen Tagen kreise ich um mehrere Gebüsche und frage mich: Goji oder Gift? Ich habe einige Bücher gewälzt und auch das www durchforstet. Für mich sehen die Beeren aus wie Gojis. Noch habe ich mich nicht getraut, sie zu probieren. Gibt es giftige Doppelgänger? Ich kann kaum glauben, dass dort wo ich sie entdeckt habe, so viele Früchte in freier Wildbahn zum Gratisnaschen herumwachsen sollten. Wer kennt sich mit den wilden Früchtchen aus? Es wäre doch jammerschade, die guten Dinge der Stadt vergammeln zu lassen.
Herzliche Grüße, ich bin für jeden Tipp dankbar, Eure Jo


Jos Garten;Früchte;Gojibeeren;


Verlinkt zur Gartenglück-Linkparty beim Fachwerkhaus im Grünen.


Freitag, 17. November 2017

Von Wunderpflanzen und Geheimwaffen

Nein, hier gibt es keinen weiteren Beitrag zum Giersch. Obwohl?
Wenn nichts mehr wächst, wächst Giersch. Ob ich das nun als Wunder oder Plage bezeichne, lasse ich hier diplomatisch offen.
In diesem Jahr hatte ich neben Kürbispflanzen, die zu Zucchini mutierten, auch Buschbohnen gesät. Als Test nur eine Reihe. Und über diese kleinen Wunder muss ich einfach einmal etwas schreiben. Die Böhnkes habe ich direkt an den abgeernteten Spinat gelegt, irgendwo hatte ich gelesen, dass das den Pflanzen und dem Boden gut tun sollte und ja, so war es wohl. Ich konnte jeden Tag Bohnen ernten. Ein Kilo pro Tag war locker drin. Am nächsten Morgen war dann das nächste Körbchen voll, danach das nächste und danach das nächste und...ja, so ging es die gesamte Saison. Körbchen um Körbchen wurde voll, entsprechend eng wurde es in der Tiefkühltruhe. Zur Hochsaison atmete mein Jüngster schwer, ihm liegen Bohnen nicht so und er findet, Brechbohnen tragen ihren Namen zu Recht und wären nur mit einer ordentlichen Portion Speck genießbar. Für mich sind Bohnen Wunderpflanzen schlechthin, sie wachsen ohne viel Gezicke, tragen zuverlässig, schmecken prima (doch!)  und so ein Samentütchen kostet fast nichts. Selbst in Bioqualität wirst du nicht arm. Und das Schönste an der üppigen Ernte: nun, wo es draußen so richtig ungemütlich ist, genieße ich schöne Eintöpfe aus meiner Garten-Beute. Bei aller Euphorie, kleiner Tipp an mich selbst. Eine Reihe Bohnen reicht, lass dich ja nicht hinreißen mehr auszusäen....

Und nun zur Geheimwaffe! Aus Russland! Klar!
Als sehr altes Hausmittel gibt es in unserer Familie gerne heiße Zitrone samt abgeriebener Schale und etwas Zimt. Das wirkt bei mieser Laune genauso gut wie bei einem fiesen Infekt.  Zurzeit weilt eine unserer Liebsten in Russland und es hatte sie prompt erwischt. Ihre besorgten Vermieter hatten dann auch gleich einen Tipp. Dünn in Scheiben geschnittene Zitronen mit Zucker bestreuen und mit Haut und Haar bzw. Kern und Schale essen. Schmeckt buahhhrrrrr. Aber sowohl in Russland als auch hier in B hat der Versuch gut funktioniert. Nach nur einem Tag bist du fix wieder auf den Beinen.
In diesem Sinne, bleibt alle fein gesund oder schnappt Euch ein paar Zitronen.
Liebe Grüße, Eure Jo


Garten;Erkältung;