Mittwoch, 19. Oktober 2011

Übergangsjacke

Wieder so ein schönes Wort. Als ich klein war ( ja, ja, ich weiß, ich bin immer noch nicht viel größer) da gab es saisonale Tiefpunkte in meinem Leben. Das Kind brauchte neue Kleidung, sprich eine Übergangsjacke. Die Sommerblusen und dünnen Baumwollpullis sollten vor der dicken, braunen Wintercordjacke vom letzten Jahr, durch eine leichtere Jacke ergänzt werden. Die Zeiten waren schlecht- H&M gab es noch nicht. Daher wurde das besagte DING beim örtlichen Warenhaus mit ebenfalls zwei Buchstaben aber nicht halb so schick eingekauft. Natürlich musste das Kind mit, wieso hat sich mir allerdings nie erschlossen. Weder bei der Farb- noch bei der Größenwahl hatte ich ein Mitspracherecht. Gekauft wurde praktisch. Was in diesem Fall hieß, gedeckte Farbe- also braun. Da ein Wachstumsschub erwartet wurde, der leider nicht mehr kam, wurde die Jacke auf Zuwachs gekauft. Fazit: Jahrelang wurde die verhasste, braune Übergangsjacke sowohl im Frühling als auch im Herbst mit schwerem Herzen durch die Gegend getragen. Das muss so die Zeit gewesen sein, als es Gerüchte über außerirdische Zwerge in Hamburg gegeben hat. Zum erschrecken scheusslich. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei und Frau entscheidet ganz alleine. Nun gibt es bei mir auch eine Übergangsjacke. Eine schöne Barbourjacken nenne ich mein eigen, groß genug, damit ein dicker Pullover drunter passt und ja, ich freue mich an dieser Jacke. Seit Jahren schleppe ich meine Wachsjacke nun schon, sie sieht vermutlich nicht mehr schön aus. Und die Farbe? Braun.
Da sage noch mal einer, die Kindheit würde nicht prägen.

Herzlichst in einen noch immer sonnigen Oktobertag, Jo

Kommentare:

  1. Ja, die Übergangsjacke. Ich kannte das Wort bis vor ein paar Jahren gar nicht. Im Moment lebt's sich aber schon ganz gut mit der Winterjacke, finde ich.
    VG
    Elke

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  2. ... herrlich, sei froh, dass du nicht doch noch gewachsen bist, es gab Zeiten, wenn die Jacke für "Gut" nicht mehr gut war, dann wurde an die Ärmel etwas drangestrickt ... *schubber* aber mancher großen Schwester ist zum Glück das Auftragen der Großen-Geschwisterklamotten erspart geblieben ... dafür bekam man aus den Ab-und-An-Westpaketen die ollen Sachen von Drüben, das war auch nicht immer der Hit :o)

    Übrinx, meine Lieblingsjacke, mit Kapuze und diversen Taschen ... ist auch braun mit einem Hauch Aubergine ;o)

    Ein lieber Gruß, von Jackstück zu Jackstück,
    recht heiter, dass es nicht auch noch ein Übergangsmantel sein musste ...

    Ramona

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  3. Wie wunderbar sich unsere Übergangsjackenkindheiten doch gleichen!
    Gleiche Auswahl, gleiche Vorgehensweise der Mütter und Tanten, gleiche Besitzerfreude! ;-)

    Aber eine schönere Kindheit kann ich mir nicht denken!

    Seid lieb gegrüsst, Jo, Elke und Ramona.

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  4. Ja, herrlich, wie sich so alles fügt und gleicht. Die besagte Jetzt-Jacke hat vermutlich viele Anhänger ;-))
    Ich wünsche Euch,Elke, Ramona und Brigitte, einen feinen Nachmittag und hoffe für Elke, dass das Winterjackenprogramm noch einmal auf Übergangsjacke ( tolles Wort, oder?) schaltet. Zum Wochenende soll es ja wieder etwas wärmer werden.

    Ps an Ramona: Den Übergangsmantel gab es auch...leider:-))

    Herzliche Grüße ,
    Jo

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