Sonntag, 11. Juli 2010

Mein Garten

Nach der Flucht aus dem Wald bin ich erschöpft in meinen Garten gehuscht. Vorher habe ich beim Bäcker das kleine Notfrühstück, Kaffee und Teilchen, erstanden und dann konnte der Sonntagmorgen uns mal gerne haben. Herr Hund döste genauso platt schon unter der Riesenfunkie und zuckte von Alpträumen geplagt mit den Pfoten. Ahhhh, endlich! MEIN GARTEN! Dann flatterte es verdächtig nah an meiner Liege- ein vorwitziger Flügelheinrich landete dicht an meinem Kuchen und linste keck zum Teller. Neugierig, was der sich wohl noch traut, traute ich dann meinen Augen nicht. Zack, hatte er sich sein Frühstück geklaut und machte sich davon. Niedlich. Dann schwärmte eine Armee von Ameisen quer über den Rasen zu den Krümeln, die Herr Hund übrig gelassen hatte. In Null Komma Nichts waren die Krümel weg. Fein aufgeräumt, das lob ich mir. Kurze Zeit war es eher ruhig. Bis die Spatzen sich in den Teich stürzten, dort sind flache Steine und sie nutzen sie als Treppe. Es wird getrunken, geplantscht und gefeixt. Echt gute Stimmung. Abgelöst wurden die Spatzen von einem Täuberich, der ebenfalls den Teich als Bar brauchte. Gefährlich schwankend trank er dort und erinnerte mich an einen späten Kneipengast.
Bei genauerem Hinsehen wimmelte der Rasen von Kleingetier, in den Bäumen piepste es, Bienen und Schmetterlinge hingen an den Blüten. Und irgendwie dämmerte mir, dass ich hier zwar die Miete zahle und ab und an auch mal einen Besuch machen kann. Aber eigentlich gehört mir hier nix. Schön, dass ich wenigsten geduldet bin.
Wieder mit dem Sonntag versöhnt, herzliche Grüße,Jo

Kommentare:

  1. Der Garten kann einen ja für so viele misslungene Morgen entschädigen - und deine "Schreibe" ebenfalls, ist sie doch ein echtes Juwel im virtuellen Schre(i)bergarten-Areal, Jo!

    Hab eine feine Woche,

    Gruss, Brigitte

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Brigitte, vielen, vielen Dank!!!
    Herzliche Grüße aus Berlin

    Carola

    AntwortenLöschen