Freitag, 9. Dezember 2011

Weihnachtsstress?

Früher war alles besser. Oder nicht?
Früher, als ich klein war, gab es nicht diesen Kaufrausch, die vielen Plastikblinksterne und was weiß ich nicht alles. Da wurden Geschenke selber gemacht, alles war besinnlicher.
War das so? Die Vorweihnachtszeit bedeutete in der Schule Gedichte auswendig lernen, häkeln und singen. Für mich eher ein Alptraum.
Meine Mutter hat zu Fuß alleine den Einkauf für die Feiertage erledigt. 4km hin, 4km zurück. Mein Vater hat bis Heiligabend arbeiten müssen. Die Schlepperei mag ich mir heute gar nicht vorstellen. Schon alleine der schwere Weihnachtsbraten, von den Getränken ganz zu schweigen. Weihnachten zur Großelternzeiten war geprägt durch Krieg und Armut-das war ganz sicher nicht besinnlich. Und noch früher? Keine Heizung, kein Strom, kein warmes Wasser. Schlechte Ernten, die an Weihnachten Hunger bedeuteten? Besinnlich?

Nee, Freunde. Für mich ist es heute wesentlich besinnlicher. Der Einkauf passt ins Auto, der Weihnachtsbaumkauf ist eine Familiensache und der Tannenbaumfuß steht bereit. Die eher bescheidenen Weihnachtswünsche der Jungs sind schnell erfüllt. Der Vater muss nicht bis Heiligabendmittag arbeiten. Der Braten macht sich dank Neff fast alleine.

Nur eins fehlt mir heute wirklich: Das Tannenbaumtheater. Ranschleppen war noch der ruhigere Teil. Mein Vater hat immer ein Holzkreuz als Ständer gebaut. Natürlich passte der Baum nie auf Anhieb hinein, es wurde bis zum letzen Moment gesägt, gehämmert und geschimpft. Später wurde ein richtiger Tannenbaumständer aus Metall gekauft. Er war fast immer verschwunden und wurde lautstark und hektisch am Morgen des 24. gesucht und erst kurz vor knapp gefunden. Dann stand das Bäumchen endlich geschmückt und im Kerzenlicht. Dann war nach all der Aufregung alles gut. Dann war endlich Weihnachten.

Kommentare:

  1. Ach, ist das weihnachtlich schön, deine Ausführungen samt Tannenbaumtheater zu lesen! Da wird einem durch und durch warm und gemütlich im Herzen und im modernen Kämmerlein!
    Komme, was da kommen mag...

    Herzliche Grüsse zu dir,
    Brigitte

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  2. Liebe Jo,
    ich würde auch vorschlagen, wir genießen die besinnlichen und schönen Seiten der "heutigen" Weihnacht und lassen den Stress einfach weg. Jeder kann es sich so schön machen, wie er möchte.

    Und nun möchte ich das gefilzte Dalarnapferd sehen. Bitte.

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  3. ... danke für den doch so liebenswerten Rückblick, da steigen Bilder hoch ...

    Und genau so machen wir das, wir lassen den Stress Stress sein und kümmern uns um die Gemütlichkeit.

    Den Arm hochstrecke und wild mit den Fingern schnippse ... ich möchte auch das Dalarnapferd sehen ;o)

    Aus Sturm und Regen,
    herzlich, Ramona

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  4. Es ist doch sowieso immer nur so besinnlich, wie man es sich macht.... Wir haben uns dieses Jahr sogar dafür entschieden den Weihnachtsbaum ganz wegzulassen, um nicht einfach so einen Baum killen zu müssen und schneiden nur ein paar Tannenzweige aus den Bäumen im Garten heraus, die wir dann dekorieren. .... Es wird gekocht und viel geredet, denn selten genug ist es, dass wir alle zusammen sind und ein wenig Zeit haben.... :)

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  5. Ein bisschen Aufregung ist schon ganz gut :-) Weihnachten wird bei uns in der Familie immer bei meinen Eltern gefeiert und meine Mutter macht sich den ganzen Stress ums Essen und vorbereiten. Da ich dieses Mal auch erst später dazukomme, kann ich auch erst später helfen. Der Weihnachtsbaum ist Pflicht und wird jedes Jahr erneut hochgelobt und bewundert. Wir haben jetzt einen Baum-Ständer, der sich an den Stamm anpasst und daher benötigt es kein sägen, schimpfen, verzweifeln mehr ;-)

    Ich lese hier immer Dalarna-Pferd...will sehen!

    Liebe Grüße aus´m nasskalten Norden

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  6. Danke euch recht herzlich. Genauso machen wir das-der Stress bleibt draußen.
    Apropos Dalarnapferd: Das hatte ich Gine doch gaaaaanz im Vertrauen erzählt,ts,ts,ts

    Seid alle lieb gegrüßt, genießt das Wochenende,
    Jo

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  7. Ich fand die 80er Jahre ruhiger denn die heutige Advents- und Weihnachtszeit finde ich viel zu hektisch. Das fängt im Supermarkt an, das ich im September schon die Weihnachtsüßigkeiten kaufen kann. Man kann es halt so oder so sehen. Ich wünsche eine schöne Advents- und Weihnachtszeit.

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  8. Ja, da hast du sicher Recht. Alles hat immer auch zwei Seiten.
    Ich wünsche dir eine entspannte Zeit und danke dir herzlich für deinen Besuch.
    Viele Grüße,Jo

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